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Solera Fass-Reifungs-Verordnung

Updated: Apr 6, 2020

Das Reifungsverfahren mit dem Namen: "Solera", ist ein besonderer Vorgang, um den Geschmack älterer Spirituosen durch Fassreifung enorm zu beschleuniegen. So können Jahrelange Reifungen in kürzester Zeit Geschmacklich erreicht werden.



Hier im Bild links, sehen Wir ein Solera-System. Es werden mehrere Reihen Fässer übereinander gestapelt und miteinander verbunden. So kann immer die obere Flüssigkeit in das Fass darunter fließen wenn Platz geworden ist. Die einzelnen Reihen nennt man „Criadera“. Im Bild haben wie von Oben nach unten:


Criadera 4

Criadera 3

Criadera 2

Criadera 1


Und als unterstes letztes die Reihe mit Namen: Solera.


Das Untere Solera Fass ist ein in unserem Beispiel 23 Jahre altes Rumfass, in dem sich der 23 Jahre alte Rum befindet, welcher darin gereift wurde.



Entziehen wir nun aus dem unteren Solera Fass 40 % des 23 Jahre alten Rum, schaffen wir Platz für 40 % jungeren Rums. Dieser läuft vom oberen Fass nun in das Untere. Eine Kettenreaktion. Alle Oberen Fässer entleeren sich zu 40 % in das darunterliegende.

Im Fass ganz oben, Criadera 4, wird ungereifter Rum wieder nachgefüllt.


Im Fass ganz unten, dem Solera Fass, passiert etwas Besonderes. Es waren noch 60 % des 23 Jahre alten Rum enthalten. Diese 60 % stecken aromatisch die neuen 40 % an. So passiert es, das die neuen 40 % das Aroma eines 23 Jährigen Rum annehem, ohne 23 Jahre gereift sein zu müssen.


Dieses verfahren kann man von diesem Moment an hunderte Jahre weiter führen. Solang der größte Teil also mindestens 60 % im Solera-Fass des Aroma des 23 Jähriegen Rum hat, wird es unaufhörlich neue ungereiften Rum damit anstecken.


So kann es schnell vorkommen, dass man im Laden einen Rum in der Hand hält, der die Aufschrift:


"Solera 23"


trägt. Wohl bemerkt steht hier nicht 23 Jahre. Denn er ist nicht 23 Jahre. er schmeckt nur so wie ein 23 Jähriger Rum. Dieses Solera-Verfahren, kann man mit allen Fass gereiften Spirituosen anwenden.


Im Fall von Eichenholzfässern und ‑Behältern mit einem Fassungsvermögen von weniger als 1 000 Litern darf die Zahl der Jährlichen Entnahmen und Wiederauffüllungen höchstens doppelt so groß wie die Zahl der Criadera (Reihen) des Verfahrens sein. Damit sichergestellt ist, dass der Jüngste Bestandteil mindestens sechs Monate alt ist.


Im Fall von Eichenholzfässern und ‑Behältern mit einem Fassungsvermögen von mindestens 1 000 Litern darf die Zahl der Jährlichen Entnahmen und Wiederauffüllungen höchstens der Zahl der Criadera (Reihen) des Verfahrens entsprechen. Damit ist sichergestellt, dass der Jüngste Bestandteil mindestens ein Jahr alt ist.


Die durchschnittliche Alterungsdauer der Spirituosen, welche aus der Solera entnommen wird, ist mittels einer Formel zu berechnen:


t = Vt/Ve.


t = die durchschnittliche Alterungsdauer, ausgedrückt in Jahren

Vt = die Gesamtmenge des Reinen Alkohols beim Alterungsverfahren, ausgedrückt in Litern.

Ve = die Gesamtmenge des im Verlauf eines Jahres für den Verkauf entnommenen Produktes, ausgedrückt in Litern reinen Alkohols.


Beispiel mit 600 Liter Fässern und 2 Reihen plus das untere Solera Fass mit dem Charakter eines 23 Jährigen Rum:


Vt = 3 mal 600 Liter = 1.800 Liter Reinalkohol in den Fässern.

Ve = 3.600 Liter wurden in einem Jahr entnommen.


Ergibt eine Reifungszeit von: 0,5 Jahren. Das entspricht exakt 6 Monaten.


Unser Rum Solera 23, schmeckt nun nach 6 Monaten wie 23 Jahre gereifter Rum. Um die Farbe anzupassen, wird anschließend im Normalfall mit Zuckerkulör eine 23 Jahre alte Fassreifungsfarbe vorgetäuscht.

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