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Die Geschichte des Bieres

Updated: Apr 14, 2020

Bier schreibt seit Urzeiten Geschichte. Doch wirklich wichtig sind dabei vor allem die Frauen.

Die Geschichte der Menschheit wurde stehts von Bier begleitet.


Beginnen wir mit den uns ältesten bestätigten Funden von Bier. Diese liegen 4000 Jahre vor Christus und somit aktuell weit über 6000 Jahre zurück im alten Ägypten. Bier war vor allem beim Bau der Pyramiden wichtig. Es galt als Zahlungsmittel für die Arbeiter und galt als Währung. Das machte es unglaublich wichtig, das es schnell zu produzieren war und eine lange Haltbarkeit verfügte. Somit war es nicht ungewöhnlich, dass Ägypten den größten Getreideanbau der Welt besaß. Die Haltbarkeit löste sich von allein. Denn je länger das Bier stand und gärte, desto höher wurde der Alkoholgehalt und die Haltbarkeit. Man ist sich aber einig, das Bier weit älter ist. Als Menschen anfingen sesshaft zu werden, wurden Getreidepflanzen angebaut und verarbeitet.


Schon in der Steinzeit müsste es alkoholhaltigen Gerstenbrei gegeben haben. Es ist ist sogar unwahrscheinlich, dass es so etwas nicht gegeben haben sollte. Was wohl zuerst da war, Bier oder Brot, ist bis heute nicht geklärt. Doch geht man tatsächlich davon aus, dass Bier wohl zuerst da sein müsste. Es war so einfach. Getreide wurde mit Wasser vermischt und über nacht stehen gelassen. Wenn die Götter gnädig waren, gab es am nächsten Tag Bier. Brot basiert nämlich auf den Arbeitsschritten der Bierherstellung. Alkohol in den kleinen unter 20 % Vol. natürlich vorkommenden Mengen und Stärken, hatte schon immer eine belohnende Wirkung. Man konnte es sogar in kleinen Mengen täglich zu sich nehmen um sich zu belohnen.



Die Produktion des Getreidegetränkes war wie das Brot backen Arbeit der Frauen. Ein Braukessel gehörte im Mittelalter zur Standardausstattung der Küche. Man erkannte eine gute Hausfrau nicht zuletzt an ihrer Kunst gutes Bier im Kessel zu brauen. Anders herum war es aber auch ein Grund für schlechte Stimmung im Haus, wenn das Bier nicht gut war. Das so genannte flüssige Brot war für alle im Haushalt da, von den Kindern über die Eltern bis hin zu den Großeltern und Gästen. Was wir heute unter einer Tee oder Kaffeezeit verstehen war damals der Biertreff im Haus. So war es nicht selten, das man mehrere Liter am Tag im Haus teilte. sogar Schwangere Frauen genossen gleichermaßen diese erfrischende Getränk. Man muss an dieser Stelle aber auch darauf eingehen, das Bier damals nicht so stark war wie heute und die einzige Möglichkeit, saubere Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das Trinkwasser war im Mittelalter und auch später eine Art Russisches Roulett. die Qualität konnte zwischen unverträglich, über Magengrippe bis hin zum Tod führen. Ein durch Alkohol desinfiziertes Gebräu war hier die Sicherste Variante.


Hopfen weiß man heute hat schon damals sehr viele positive Wirkungen auf den Manschen gehabt. Er ist antibakteriell, fördert die Verdauung, macht das Bier haltbar, ist Appetitanregend und ist beruhigend, was den gesunden Schlaf unterstützt. Bier in maßen zu Trinken ist somit tatsächlich eine Wohltat für unseren Körper.


Die Haltbarkeit und Konservierungsmöglichkeiten der Hopfenpflanze machten es möglich damit Handel zu treiben. Zu Schiff, wurden riesige Mengen Bier transportiert. Wo Handel und Wirtschaft waren, da gab es auch Bier.


Die Hochblüte begann im Norden Deutschlands und breitete sich durch den Handel in der ganzen Welt aus. Bayern war zu dieser Zeit noch am Anfang in der Bierentwicklung und es wurden mehr Biere importiert als selbst hergestellt.


Die wirtschaftlichen Brauereien lagen damals vor allem in den Händen der gläubigen und Mönche. Zu leicht konnte das Bier sauer werden. Da schadete es nie alle Register zu ziehen und die Magie mit um Hilfe zu bitten. Mönche malten mit Kreide das Hexagramm an die Türen um Dämonen ab zu halten das Bier zu verderben. Damit wurde dieser Stern, zum Symbol der Brauereien.


Es war auch eine Zeit, in der Man den Hefepilz nicht kannte. Dieser kleine unsichtbare Gast im Bier, sorgt auch heute noch für die Gärung und Aromenentwicklung im Bier. Das Prinzip der alkoholischen Gärung ist damals also völlig unbekannt. Man sprach daher nicht von Hefepilzen sondern von Magie.


Europa war damals geteilt in Bier und Wein Regionen. Westlich im Römischen Imperium herrschte der Wein. Östlich in Germanien war es das Bier. Die Römer schrieben den Germanen zu, Kälte und Hunger zu ertragen aber keinen Biermangel.


Erst ein Klimawandel, der im Mittelalter eine Kälte mit sich brachte, sorgte dafür, das Weinreben es schwerer hatten. Man stieg immer lieber auf Getreide und damit Bier um. Diese Umsattelung gelang nur leider nicht jedem so gut. Bierbrauen ist und bleibt ein Handwerk das mann gut erlernen muss. Die Brauer waren jedoch schnell erfinderisch und überdeckten fehlerhafte Gärungen mit Kräutern und Beeren aus der Hausapotheke. Jedoch auch aus dem Medizinschrank, der nicht immer recht Gesund war. Giftige Teile konnten in das Bier gelangen.


Der Gute Ruf des Bieres war in Gefahr und dadurch auch die Einnahmen der Handels-wirtschaft und Steuern. Die Gesundheit der Bürger war in Gefahr. Daher reagierte die Obrigkeit mit harten Mitteln gegen diese Gepanschten Biere. War das Bier nur gepanscht, wurde dem Fass einfach der Boden aufgeschlagen. Das Bier floss auf die Straße und war vernichtet. War es jedoch giftig, mussten die Brauer ihr eigenes Bier trinken.


Es wurde somit Zeit für ein Gesetz.


Im April 1516 wurde es in Ingolstadt verkündet. Das erste Deutsche Lebensmittelgesetz. Die Inhaltsstoffe von Bier wurden Klar definiert:


- Gerste

- Hopfen

- Wasser


In ganz Deutschland galt dieses Gesetz erst seit 1906. Doch auch hier fehlt die wohl wichtigste Zutat. Die Hefe. Grund war ganz einfach immer noch, dass man von deren Existenz nichts wusste.


Somit kommt das berühmte deutsche Reinheitsgebot ohne ihre wichtigste Zutat in schriftlicher Form aus.



Ein Weiterer Einzug von Bier wurde dann durch den 30 Jährigen Krieg unterstützt. Nach dem dieser Krieg ganze Landschaften und Weinberge zerstörte, sattelte man verstärkt um auf lebenswichtige Grundlagen wie Getreide. Das Bier übernahm nun die Oberhand. Heute Zählt Deutschland sogar zu den größten Gerstenproduzenten der Welt.


1814, ist ein Schwarzes Jahr für die Britischen Bierbrauer. Das Porter Bier braucht in England etwa 2 Jahre Reifezeit um getrunken zu werden. Es ist so beliebt, das man immer größere Fässer baut um mehr Liter gleichzeitig reifen zu lassen. Am 14. Oktober ergießt sich die Londoner Bier-Flut über die Slums. 1,5 Millionen Liter Porter bringen 4 Häuser zum Einsturz und reißen 8 Frauen und 4 Kinder mit in den Tod.



Bier war nicht nur in der Gesellschaft fester Bestandteil. Auch in der Armee, galt dieses als Belohnung und Grundausstattung zugleich. 1844 beschloss man höhere Einnahmen und zog den Bierpreis von 6 auf 6,5 Kreuzer an. 4 Tage lang, randalieren Tausende von Bürgern auf den Straßen als Zeichen des Protestes. Erst als König Ludwig einlenkt und das Bier auf 5 Kreuzer zurück stuft, kehrt wieder Frieden in die Straßen ein.


Nach dieser Katastrophe suchte man ein neues Bier, welches man ebenso lange haltbar machen konnte und schneller produziert ist. Hell geröstetes Malz und sehr viel Hopfen, machten es möglich. Das bis nach Indien verschiffte Pale Ale oder auch Indien Pale Ale genannt, wurde zum Bier der Engländer.


1881 gibt es eine Erfindung, welche die Bierbrauer feiern. Bis lang mussten Biere auf Grund von Temperaturabhängigen Brauprozessen immer in Kellern mit Eisblöcken brauen. das ging meist bis ende März, sollte das Eis so lange halten. Die Erfindung des Kühlschrankes machte es nun Möglich mit Kühlsystemen das Ganze Jahr über zu brauen.


Im Bild zu sehen: die mit älteste Kühlanlage der Welt in München welche noch heute im Einsatz ist und Stangen gefrorenes Eis produziert.


Das Bier breitete sich auf der ganzen Welt aus. Vor allem in den USA, brachten deutsche Auswanderer dieses süffige Getränk mit großem Erfolg mit. Die Erfolgsgeschichte des Bieres in Amerika ist jedoch nicht gerade ein langsam wachsendes Geschäft. Bildlich gesprochen´über Nacht, wuchsen gegentische Bierfirmen aus den Boden. Eine deutscher sollte es jedoch ganz nach oben schaffen.


Adolfus Busch aus Kastel am Rein, ist ein Pionier der ständigen Optimierung. Er sucht nach dem Bier der Biere. Adolfus möchte der Herausgeber des Besten Bieres der Welt werden und es soll jedem Menschen auf der Welt schmecken.


Sein Freund Karl Konrad präsentiert ihm dann ein Bier nach Art des Tschechischen Budweiss. Wenig Roggen mehr Reis. Das war der Durchbruch. Ein Bier das man trinken kann wie Champagner. Leicht prickelnd, sehr erfrischend und golden leuchtend.


Seine Biere in den Flaschen laufen jedoch nicht selten beim Transport aus. die Verschlüsse sind ein Weltweites Problem. Und auch hier erfindet Adolfus Busch den alles verändernden Kronkorken.


Ein Satz der seinen Erfolg in Worte fassen lässt sprach er in folgendem Wortlaut:


"Man kann nicht mehr als 30 oder 40 Gläser Bier am Tag trinken, aber man kann sehr viel Geld damit machen, das andere es versuchen"


Im Jahr 1900 legte sich jedoch ein Schatten auf die Welt des Alkohol. Viele Menschen tranken über ihren Durst. Gewalt und Trunkenheit zog in die Familien ein. Eine Bewegung schafft es dann 1919 den Alkohol gesetzlich zu verbieten. Wieder wurden den Fässern die Böden ausgeschlagen und das Bier floss in Strömen in die Abwassersysteme der Stadt.


Millionen Menschen verlieren ihre Arbeit. Augustus Busch hatte als Sohn die Geschäfte des Vaters Adolfus übernommen und stand nun vor einer deprimierenden Situation. Er steht kurz vor dem Ruin des gesamten Imperiums. Das Bier Brauen wurde 1919 verboten. Doch Augustus gleicht seinem Vater und ist fest entschlossen die Firma zu retten.


"Wir haben Malz, wir haben Kessel. Wir haben Kühlung, wir haben Flaschen. Wir haben alles was es braucht um Limonaden zu produzieren. Ich weiß, es ist Fassbrause und kein Bier, aber es wird uns am leben halten."


Das Alkoholverbot wurde Geschichtlich bekannt unter dem Namen Amerikanische Prohibition und Endete 1933. Mit dem Alkoholverbot stärkte man zusehr die Mafia und Kriminelle Schmuggler. Man geht sogar davon aus, das in der Prohibition mehr Alkohol verkauft wurde als zu Zeiten als es noch legal war.


Die Industriebiere wie die von der Firma Busch gestalteten das Weltbild der Biere. Sie wurden immer einheitlicher und austauschbarer. Eine große Industrie versucht ständig zu optimieren mit kleinsten Veränderungen auf großen Massen, lassen sich schnell Millionen Gelder einsparen und Gewinne optimieren. Darunter leidet an aller erster Stelle oft die Qualität. Seit dem Jahr 2000 kommen sie jedoch wieder Zurück. die Handwerklich hergestellten Biere. Sie schmecken unterschiedlicher und sind meist vom Charakter der Regionen geprägt.



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